Prof. Kaapke Projekte | Medikamentenpreise online vs. stationär – Andreas Kaapke in RTL Extra am 02.12.2025
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Medikamentenpreise online vs. stationär – Andreas Kaapke in RTL Extra am 02.12.2025

Medikamentenpreise online vs. stationär – Andreas Kaapke in RTL Extra am 02.12.2025

In der Ausgabe vom 02.12.2025 stellte das TV-Magazin RTL Extra einen Preisvergleich zwischen stationären und Online-Apotheken an und ging der Frage nach, ob Verbraucher/innen ihre Medikamente besser online bestellen oder in der Apotheke vor Ort kaufen sollten. Dazu recherchierte RTL Extra die Preise für vier nicht-rezeptpflichtige Medikamente bei drei Versandapotheken (Shop Apotheke, DocMorris und Apo.com) und bei mehreren Vor-Ort-Apotheken aus unterschiedlichen deutschen Großstädten.

Nach über zwei Wochen der Online-Preisbeobachtung lautete die erste Erkenntnis, dass es zwischen den Versendern nur marginale Preisunterschiede gebe. Deutliche Preisschwankungen wurden dagegen bei verschiedenen stationären Apotheken aufgedeckt, die teilweise in direkter Nachbarschaft zueinander angesiedelt waren. Während in dem Beitrag diesbezüglich von Preischaos“ gesprochen wurde, klärte Prof. Andreas Kaapke auf: „Das sind ja unterschiedliche Kaufleute. Jeder macht die Preispolitik für sich.“ Jeder Apotheker sei völlig frei in seiner Preisgestaltung.

In diesem Zusammenhang erläuterte das Magazin auch die Arzneimittelpreisverordnung, die für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt. „Rund 80 Prozent der Medikamente fallen in den geregelten Bereich. Da gibt es keine Unterschiede von Apotheke zu Apotheke“, erklärte Kaapke. Im Beitrag wurde außerdem erwähnt, dass die Arzneimittelpreisverordnung 2020 für EU-Versender aufgehoben wurde, was zu einem Wettbewerbsnachteil für deutsche Vor-Ort-Apotheken führe.

Im Fokus des Beitrags standen aber die enormen Preisunterschiede zwischen Vor-Ort und Online-Apotheken bei nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. Im Durchschnitt wurden folgende Preise ermittelt:

  • Iberogast Classic 20 ml:
    Versender 7,99 Euro vs. vor Ort 13,99 Euro (Differenz: 6,00 Euro)
  • Grippostad C, 24 Hartkapseln:
    Versender 11,29 Euro vs. vor Ort 18,95 Euro (Differenz: 7,66 Euro)
  • Ibu-Ratiopharm 400 mg 50 Stück:
    Versender 5,59 Euro vs. vor Ort 15,40 Euro, (Differenz: 9,81 Euro)
  • Nasenspray Al 0,1 Prozent, 10 ml:
    Versender 2,79 Euro vs. vor Ort 5,50 Euro (Differenz: 2,71 Euro)

Die auch auf Instagram aktive PTA und PKA Paulina Kuberczik erläuterte die Hintergründe der höheren Vor-Ort-Preise: Während den Versendern große Lagerflächen zur Verfügung stünden, verfügten die Apotheken Vor Ort nicht annährend über vergleichbare Lagerkapazitäten. Hinzu kämen Personalkosten, die bei den Versendern kaum ins Gewicht fielen. Kuberczik zeigte sich verärgert darüber, dass die Apotheke vor Ort häufig nur der letzte Notnagel für Verbraucher/innen sei, wenn die preisgünstigen Versender bei bestimmten Problemen nicht weiterhelfen oder bestimmte Leistungen wie die Rezepturfertigung nicht erbringen könnten.

Diesen Argumenten widersprachen die Chef-Apothekerin von Doc Morris, Sonja Thüllen, sowie Redcare-CEO Olaf Heinrich. Thüllen trägt im Doc Morris-Standort Heerlen die Verantwortung für rund 150 PTA. „Genau wie in den Vor-Ort-Apotheken wird auch hier mit pharmazeutischer Fachkompetenz gearbeitet“, kommentiert RTL. Jedes eingehende Rezept werde überprüft, Voraussetzung für die Bestellung sei ein Kundenkonto, und monatlich würden rund 150.000 Beratungen via Chat, Telefon, E-Mail oder Video durchgeführt.

Auch die Rezepturarbeitsplätze von Doc Morris wurden im Beitrag kurz gezeigt. Redcare-Chef Heinrich bestätigte ebenfalls: „Wir bieten ganz normal Rezepturen an wie jede andere Apotheke auch.“ Die günstigeren Preise erklärte Thüllen wiederum mit guten Einkaufskonditionen im Direktbezug aufgrund guter Herstellerkontakte. Heinrich betonte außerdem die bessere Warenverfügbarkeit als weiteren Vorteil des Online-Kaufs.

Abschließend stellt RTL Extra einige „Tipps“ zusammen, inwiefern Verbraucher/innen in einer Apotheke vor Ort oder online einkaufen sollten. Diesbezüglich unterschied Kaapke zwischen preis- und beratungsorientierten Kunden: Wem es in erster Linie um den Preis gehe, könne Online-Vergleichsportale nutzen, um das beste „Schnäppchen“ zu finden. „Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich eine Beratung,“ so Kaapke weiter. Eine Empfehlung, über welchen Kanal diese Beratung erfolgen solle, sprach er nicht aus.

Der Beitrag schloss mit dem Fazit, dass „beide Modelle ihre Vorteile [haben] und Verbraucher profitieren, wenn beide in Zukunft bleiben.“

Hier geht es zum Video und ausführlichen Beitrag zur Sendung.